Bericht 3 – S isch scho rächt eso...

01.04.2020

Zum Alltag in der Zeit der Pandemie

Wir staunen jeden Tag…
Das neue Leben im Alterszentrum ist inzwischen schon fast normal geworden.
Unglaublich, wie anpassungsfähig auch Menschen im hohen Alter noch sind. Ruhig und entspannt gehen die Bewohnenden dem veränderten Alltag nach.
Alle haben sich daran gewöhnt, dass sie nicht mehr an ihrem «normalen» Platz im Speisesaal sitzen.
Viele nutzen die bescheidenen internen Angebote ganz regelmässig.
Was uns geblieben ist, ist die Übertragung des Gottesdienstes aus der St. Peter und Paul Kirche. Pünktlich um 09.15 beginnt jeden Morgen die heilige Messe in der nahen Kirche. Via einer direkten live-Schaltung in die Kirche, können Bewohnende diese Messe an den Bildschirmen in der Kapelle und der Stube im 1. Stock verfolgen.
Auch die zwei täglichen Angebote der Aktivierung (10.00 und 15.00 Uhr) besuchen viele Bewohnende täglich und erfreuen sich daran.

Schön ist ja auch, dass man in unserem Haus den immer gleichen Menschen begegnet, die kennt man alle und weiss, woran man ist.

Eine schöne Abwechslung im Alltag sind die vielen Päckli, die der Pöstler jeden Tag zu uns bringt.
Auch über viele liebevolle kleine Geschenke, die vor der Eingangstüre deponiert werden, freuen sich die Bewohnenden sehr.

So kommt es, dass eine ruhige und friedliche Stimmung im Haus herrscht.
Wenn ich Bewohnende danach frage, wie es ihnen in dieser aussergewöhnlichen Situation so geht, bekomme ich immer wieder die Antwort: «Es isch scho rächt eso!».

Wir freuen uns daran, dass wir bis heute vor Krankheitsfällen verschont sind. Und ja, so wie es die Gesundheitsdirektion empfohlen hat, sprechen wir mit Bewohnenden auch darüber, welche Betreuung und Behandlung sie sich im Fall einer Erkrankung wünschen würde. Das sind wunderbare und eindrückliche Gespräche.

Bericht 2 – Es dauert und dauert…

26.03.2020

Zum Alltag in der Zeit der Pandemie

Es dauert und dauert…
Eigentlich hatten schon alle genug vom Besuchsverbot, als am 20.03. die Aufforderung des Bundes dazu kam, dass Menschen über 65 das Haus nun gar nicht mehr verlassen sollten.
Für viele der Bewohnenden ist das sehr schwer zu verstehen!
Und doch, wir halten daran fest! Wir sind etwas stur geworden, lassen niemanden mehr ins Haus hinein und bitten alle Bewohnenden immer wieder doch drinnen zu bleiben.

Denn… es gibt für diese Woche eine frohe Botschaft:
Bis zum heutigen Tag wurde noch NIEMAND positiv auf COVID-19 getestet, nicht bei den Mitarbeitenden und nicht bei Bewohnenden.

Im Alltag gibt es nun viel «Postsalat»: Briefkästen werden nicht mehr geleert und Rechnungen flattern durch die Zimmer. Hier suchen wir nach individuellen Lösungen. Schreiben Sie uns also, wenn wir an Ihrer Stelle einen Briefkasten leeren, Ihnen Post weiterleiten oder die Rechnungsadresse anpassen sollen.

Geburtstage gab es auch schon...rund und ganz hohe…
Die Geburtstage sind ein bisschen einsam geworden - ohne Angehörige ist das aussergewöhnlich.
Jedoch, die Namen der Jubilare werden auf Wunsch beim Mittagsgebet öffentlich bekannt gegeben, die Bewohnenden gratulieren sich gegenseitig und manchmal ertönt sogar ein gesungenes «happy birthday» durchs Haus.

Ein ergreifender Moment war am Mittwoch, 25.03. um 12.00 als eine Bewohnerin vorgeschlagen hatte in das weltweit vorgeschlagene «Vater unser» gegen Corona einzustimmen. Gemeinsam wurde es im Speisesaal gesprochen.

Bericht 1 – Plötzlich ist alles ganz anders…

20.03.2020

Zum Alltag in der Zeit der Pandemie

Noch vor einer Woche konnten wir uns kaum vorstellen, dass ein Besuchsverbot für Alterszentren ausgesprochen werden muss, inzwischen haben wir uns schon fast daran gewöhnt!

Am Montag ist nun «ein Ruck durchs Land gegangen» den wir bis in unseren Alltag gespürt haben.

Niemand sollte mehr nach draussen gehen-wo es doch gerade Frühling wird…

Die Gemeinschaften im Speisesaal wurden aufgelöst-viele Menschen essen nun in ihren Zimmern

Und das Personal ist so angespannt…

Und doch gibt es auch jeden Tag ganz schöne Momente

Bewohnende sprechen sich und uns Mut zu: «das schaffen wir schon zusammen»

Angehörige reagieren mit viel Verständnis auf die Einschränkungen-hie und da geben sie an der Eingangstüre liebevolle Geschenke ab

In der nahen Kirche wird täglich ein Gottesdienst nur für unser Haus gefeiert, der auf die Bildschirme bei uns übertragen wird

 

Aus der Isolation senden wir Ihnen allen herzliche Grüsse und danke für alle guten Gedanken, die Sie zu uns schicken.